Winter und Weihnacht in Buch und Bild

Miniatur zum Weihnachtsfest in Form einer kunstvollen Initiale, wohl kurz vor 1159 in Paris entstanden. Staatsbibliothek Bamberg, Msc. Patr. 120, Bl. 16v. Foto: Gerald Raab.

Bis zum 19. Dezember 2019 zeigt eine Ausstellung der Staatsbibliothek Bamberg historische Bilder und Drucke, die zum Schwelgen in weihnachtlichen Erinnerungen einladen.

Denn seit dem frühen Mittelalter finden sich Darstellungen der Weihnachtsgeschichte in zahlreichen Handschriften. Bücher für die Liturgie oder die private Andacht, aber auch theologische Schriften schmückte man mit Szenen aus dem Leben Christi. Nun werden verschiedene Stücke in Bamberg präsentiert.

Miniatur zum Weihnachtsfest aus dem Ellenhard-Sakramentar. Freising (?), vor 1056 | Staatsbibliothek Bamberg, Msc.Lit.2, Bl. 16v. Foto: Gerald Raab.

Die heilige Nacht muss nicht immer still sein

Bei der Gestaltung der immer gleichen Szenen erwiesen sich die mittelalterlichen Buchmaler als außerordentlich einfallsreich. Eine ruhige Atmosphäre verströmen Bilder, auf denen das Christkind am Heiligen Abend schlummernd in der Krippe liegt und Maria und Joseph tief im Gebet versunken sind.

In dramatischem Gegensatz dazu herrscht bei der Verkündigung an die Hirten viel Bewegung: Engel stürzen vom Himmel herab, Musik ertönt, die Hirten stolpern vor Aufregung übereinander. Goldene Hintergründe bringen Glanz in das nächtliche Geschehen. Im Spätmittelalter geben die Maler den Stall mit Ochs und Esel und die umgebende Landschaft zwar auf kleinstem Raum, aber in liebevollem Detail wieder. Viele der ausgestellten Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg sind in Franken entstanden oder schon im Mittelalter in fränkische Klosterbibliotheken gelangt.

Nachtschneekarte: Bamberg, Partie an der Regnitz. Nürnberg, Kunstverlag Hermann Martin, 1900 | Staatsbibliothek Bamberg, MvO A VI 395, Foto: Gerald Raab.

Weihnachtliche Motive im Laufe der Zeit

Auch in späteren Jahrhunderten erfanden kreative Köpfe immer wieder neue Varianten weihnachtlicher Motive. Albrecht Dürer und E.T.A. Hoffmann gehören zu den berühmten Künstlern und Schriftstellern, die Bilder und Geschichten für die Weihnachtszeit geschaffen haben. Der Nussknacker ist nicht nur beim Naschen und Plätzchenbacken im Einsatz, sondern er erscheint einem kleinen Mädchen im Traum als bedrohliche Märchenfigur. Kochbücher, Neujahrskarten und Fotografien aus dem alten Bamberg geben Einblick in das winterliche Alltagsleben.

In Büchern der Staatsbibliothek spiegelt sich, welche Bräuche man in Oberfranken an den Festtagen der Heiligen Martin und Nikolaus pflegte. Krippen und Christbäume schmückten die Kirchen und Wohnungen. Man erzählte sich Geschichten und sang zusammen Lieder. So entsteht ein kleines Panorama der Wintermonate in längst vergangener Zeit – lassen Sie sich von nostalgischen Gefühlen ergreifen, zum Nachdenken oder Schmunzeln bringen!

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Auf der offiziellen Website der Staatsbibliothek erfahren Sie mehr über die Ausstellung.

Entdecken Sie bei diesem weihnachtlichen Gassenspiel das Weltkulturerbe der Bamberger Altstadt.