De re publica Helvetiorum libri duo

Josias Simler
1734
Save as PDFZurück

De re publica Helvetiorum libri duo

Essay von

Jurg Conzett

Example H2
H3

Heading

No items found.
This is some text inside of a div block.
This is some text inside of a div block.
This is some text inside of a div block.

De re publica Helvetiorum libri duo („Zwei Bücher über den Staat der Eidgenossen“) von Josias Simler gehört zu den bedeutendsten frühen Darstellungen der Alten Eidgenossenschaft. Obwohl das Werk bereits 1576 erstmals erschien, zeigt die Ausgabe von 1734, dass Simlers Analyse der schweizerischen Staatsordnung noch mehr als anderthalb Jahrhunderte später als maßgebliches Referenzwerk galt. Das Buch verbindet historische Beschreibung, politische Analyse und staatsrechtliche Betrachtung und zählt zu den wichtigsten Quellen für das Verständnis der Schweiz in der frühen Neuzeit.

Josias Simler (1530–1576) war Zürcher Theologe, Humanist und Historiker. Als Professor am Zürcher Carolinum stand er in der Tradition des Renaissance-Humanismus, der antike Bildung mit sorgfältiger Beobachtung der Gegenwart verband. Sein Ziel war es, die politische Ordnung der Eidgenossenschaft verständlich zu erklären – nicht nur für Schweizer, sondern auch für ein europäisches Publikum. Deshalb schrieb er das Werk auf Latein, der gemeinsamen Wissenschaftssprache seiner Zeit.

Im Zentrum steht die Frage, wie die Eidgenossenschaft funktionierte. Anders als die zentralisierten Monarchien Europas bestand die Schweiz aus weitgehend selbstständigen Orten, die durch Bündnisse miteinander verbunden waren. Simler beschreibt die Entstehung dieses Bundes, die Rechte und Pflichten der einzelnen Orte, die Tagsatzung als gemeinsames Entscheidungsorgan sowie die unterschiedlichen Formen städtischer und ländlicher Herrschaft. Seine Darstellung zeigt, dass die Eidgenossenschaft kein einheitlicher Staat, sondern ein komplexes Netzwerk politischer Gemeinschaften war.

Besonders bemerkenswert ist Simlers nüchterner Blick. Er idealisiert die Schweiz nicht, sondern versucht, ihre Institutionen sachlich zu erklären. Er beschreibt sowohl ihre Stärken – etwa die lokale Selbstverwaltung und den starken Zusammenhalt der Orte – als auch ihre Schwächen, insbesondere die schwierige Entscheidungsfindung zwischen den verschiedenen Mitgliedern des Bundes. Damit gehört Simler zu den frühen Vertretern einer empirisch orientierten Staatsbeschreibung.

Das Werk entstand in einer Zeit tiefgreifender religiöser Spannungen. Nach der Reformation waren die eidgenössischen Orte konfessionell gespalten. Dennoch gelang es der Eidgenossenschaft, ihre politische Einheit weitgehend zu bewahren. Simler zeigt, wie gemeinsame Interessen, Verträge und politische Traditionen stärker sein konnten als konfessionelle Unterschiede. Seine Analyse macht deutlich, dass Stabilität nicht zwangsläufig auf zentraler Macht beruhen muss, sondern auch durch Verhandlung, Kompromiss und gegenseitige Verpflichtung entstehen kann.

Für die europäische Gelehrtenwelt war das Buch von besonderem Interesse, weil die Schweiz als außergewöhnliches politisches Modell galt. Während viele Staaten von Fürsten regiert wurden, entwickelte sich in der Eidgenossenschaft eine republikanische Ordnung mit einer vergleichsweise starken Beteiligung lokaler Eliten und teilweise auch der Bevölkerung. Simlers Werk trug wesentlich dazu bei, dieses politische System im Ausland bekannt zu machen und das Bild der Schweiz als freiheitsliebende Republik zu prägen.

Die Ausgabe von 1734 besitzt darüber hinaus hohen bibliophilen Wert. Sie erschien in einer Zeit, in der historische und staatsrechtliche Klassiker neu aufgelegt wurden, um sie einer wachsenden Leserschaft zugänglich zu machen. Der sorgfältige Satz, die lateinische Sprache und die oft hochwertigen Einbände machen solche Ausgaben zu eindrucksvollen Zeugnissen der europäischen Buchkultur des 18. Jahrhunderts.

No items found.
Bücher aus der Sammlung
In Zusammenarbeit mit
HomeNewsletteranmeldungDatenschutzerklärungImpressumCookie Einstellungen
© 2023 Dr. Ursula Kampmann, Kuratorin der Büchersammlung MoneyMuseum
© 2023 Dr. Ursula Kampmann, Kuratorin der Büchersammlung MoneyMuseum
Externe Links zum Thema
Was Sie sonst noch interessieren könnte
This is some text inside of a div block.
This is some text inside of a div block.