Behind the Scenes: Einblicke in Goethes Werkstatt

Seit Ende des letzten Jahres ist die digitale Ausgabe Johann Wolfgang von Goethes Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Riemer auf der Website der Klassik Stiftung Weimar als Online-Ressource des Goethe- und Schiller-Archivs frei zugänglich. Die erste Gesamtausgabe der Korrespondenz Goethes mit dem Philologen Friedrich Wilhelm Riemer umfasst 430 Briefe, die nach historisch-kritischen Prinzipien ediert und erstmals umfassend wissenschaftlich kommentiert erscheinen. Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

© Klassik Stiftung Weimar

Friedrich Wilhelm Riemer (1774–1845) war von 1803 bis zu Goethes Tod 1832 einer seiner wichtigsten Mitarbeiter. Durch den regelmäßigen persönlichen Kontakt in Weimar schrieben beide Korrespondenten sich nur unregelmäßig. Die Pragmatik ihrer Arbeitsbeziehung prägt auch den Briefwechsel. Die Briefe befassen sich mit Sprache und Form von Goethes Werken, es werden stilistische und metrische Fragen problematisiert und entschieden.

Den Briefen lagen häufig Manuskripte und Druckfahnen bei, die im Vorfeld von Arbeitsbesprechungen bei Goethe gelesen und revidiert wurden. Viele dieser Beilagen stehen im Zusammenhang mit der Entstehung und Veröffentlichung von Werken Goethes, was sie zu wichtigen Türöffnern zur Werkstatt macht. Die digitale Ausgabe verzeichnet diese Konzepte, druckfertigen Manuskripte, Aushänge- oder Korrekturbogen – zum Teil mit handschriftlichen Korrekturen versehen – und präsentiert sie nach Möglichkeit als Digitalisate. So wird das Archiv des Dichters in einem Umfang sichtbar, wie es in der räumlichen Beschränktheit einer gedruckten Ausgabe nicht möglich wäre.

 

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Hier finden Sie die digitale Gesamtausgabe des Goethe-Riemer-Briefwechsels.

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Hier geht es zur Webseite der Klassik Stiftung Weimar.

Die Sammlung des MoneyMuseums beherbergt auch eine umfangreiche, illustrierte Geschichte des Elsass von Johann Schoepflin, einem Lehrer Goethes.

Der Frage, ob Goethe Bildungsversatzstück oder Teil der deutschen Seele ist, sind wir in dieser Meldung zu einer Goethe-Ausstellung in der Bundeskunsthalle nachgegangen.