Ausstellung: Klangbilder – Basler Musikalien des 16. Jahrhunderts

Basel erlebte im 16. Jahrhundert eine Blütezeit: Der Buchdruck hatte überregionale Bedeutung, wichtige Persönlichkeiten wie Erasmus von Rotterdam, Bonifacius Amerbach oder Felix Platter prägten diese Stadt und die Reformation setzte ihre Zeichen. Im kulturellen Leben war Musik dabei immer von Bedeutung. Doch wie klang es in Basel zu dieser Zeit? Was wurde zu Hause gespielt, welche Musiktraktate gedruckt und welche Musik in der Kirche gesungen? Einige Antworten geben die seltenen und eindrucksvollen „Klangbilder“ in der neuen Ausstellung im Musikmuseum. Mehr als 80 Objekte – Musikalien, Musikinstrumente, Gemälde, Kupferstiche – bringen uns die Musik vor 500 Jahren näher.

Trinklied in Scherznotation, Basel um 1565, Stimmbruch Discant. © UB Basel.

Viele der Musikalien erzählen ihre eigene Geschichte. Die „Musica getutscht“ von Sebastian Virdung (1511) oder Heinrich Glareans „Dodekachordon“ (1547) belegen, dass in Basel schon sehr früh Musiktraktate erschienen, die in ganz Europa beachtet wurden. Das Trinklied „Paule Paule“ (ca.1565), in Scherznotation mit Würsten und Weinbechern geschrieben, veranschaulicht, in welch geselligen Runden musiziert wurde. Besonders kostbar sind eine Reihe von nur in Basel erhaltenen Drucken (sogenannte Unica), wie etwa in Köln gedruckte Stimmbücher mit deutschen Liedern (1514/15) oder in Basel gedruckte Messen des flämischen Komponisten Jacob Obrecht (ca.1507). Einen Höhepunkt der Ausstellung stellt das großformatige Gemälde „Der Castalische Brunnen“ aus dem frühen 16. Jahrhundert dar. Es zeigt in der Art eines Wimmelbilds eine gemalte musikalische Enzyklopädie mit einer Vielzahl von Musizierenden und Musikmythen.

In der Ausstellung kann an mehreren Medienstationen ausgewählte Musik, die teilweise neu von Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis / FHNW für die Ausstellung eingespielt wurde, gehört oder auch in Digitalisaten der ausgestellten Musikalien gestöbert werden.

Diverse Veranstaltungen (darunter die internationale „47th Medieval and Renaissance Music Conference“, 3.-6. Juli 2019) runden die Ausstellung ab.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Basel, der Schola Cantorum Basiliensis / FHNW und dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel.

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