Ausstellung: Ein königliches Geschenk – die Bibliotheca Bipontina in Bamberg

Christoph Willibald Gluck: Iphigénie en Aulide. Paris, c. 1774.

Die erste bedeutende Schenkung erhielt die heutige Staatsbibliothek Bamberg von einem König: vom Wittelsbacher Max I. Joseph. Zu den Büchersammlungen, die er beim Regierungsantritt erbte, gehörte auch die seines älteren Bruders Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken. Auf einem langen und komplizierten Weg gelangte die Bibliothek von Karl Augusts Stammsitz Schloss Karlsberg bei Homburg/Saar nach Bamberg. Hier fanden 1807/8 die noch vorhandenen etwa 11.600 Bände unter der Herkunftsbezeichnung „Bibliotheca Bipontina“ eine neue Bleibe.

Die politische und soziale Umbruchszeit um 1800 spiegelt sich in der Bibliothek Karl Augusts in vielfältiger Weise. Schon auf Schloss Karlsberg nahm der absolutistische Herrscher an den Ideen der Aufklärung und der Französischen Revolution intensiven Anteil – schließlich gefährdeten sie seine Existenz. Aber auch das höfische Leben einer vom Untergang bedrohten Ära findet in den Büchern Niederschlag: Man las zeitgenössische französische Literatur – ausnahmsweise auch deutsche und englische Belletristik, darunter Goethes „Werther“, in französischer Übersetzung. Man pflegte die Musik, interessierte sich für ferne Länder und Geschichte, widmete sich der Jagd und dem Gartenbau. Aus dem Nachlass des Zweibrücker Arztes Johann Theophil Hoeffel hatte Karl August zudem zahlreiche Werke der modernen Naturwissenschaften und der Medizin erworben.

Der Weg der Zweibrücker Bibliothek nach Bamberg und ihre inhaltlichen Schwerpunkte werden in der Ausstellung anhand von ausgewählten Exemplaren gezeigt. Optische Highlights sind die reich mit Goldprägung verzierten Einbände und die kunstvollen Buchillustrationen, die ein anschauliches Bild von der Kultur des 18. Jahrhunderts vermitteln.

Weitere Details zur Ausstellung finden Sie auf der Website der Staatsbibliothek Bamberg.