200 Jahre „West-östlicher Divan“

Bis zum 21. Juli 2019 ist im Goethe- und Schiller-Archiv die Ausstellung „‚Poetische Perlen‘ aus dem ‚ungeheuren Stoff‘ des Orients“ zu sehen. Zum 200. Geburtstag von Goethes „West-östlichem Divan“ widmet sich die Schau der Entstehung des mit mehr als 200 Gedichten größten Gedichtensembles in Goethes Werk.

Johann Wolfgang von Goethe in der Campagna, Ölgemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, 1787.

An 16 Gedicht-Beispielen zeigt die Ausstellung, wie Goethe für die Literatur und Kultur Persiens und Arabiens entbrannte, mit dem persischen Dichters Hafis in poetischen Wettstreit trat, intensive Orient-Studien betrieb, exzerpierte, entwarf und dichtete. Auch zeigt die Ausstellung, wie in das Leben des 65-Jährigen eine halb so alte Frau trat, mit der die zentralen Divan-Motive des „Liebens“ und „Singens“ nicht nur poetische, sondern auch lebensweltliche Realität wurden. Als einzige aller Frauen in Goethes Leben dichtete Marianne von Willemer kongenial „orientalisierend“ mit.

Johann Wolfgang von Goethes West-östlicher Divan, Erstdruck von 1819. Der arabische Text lautet: Der östliche Divan vom westlichen Verfasser. Wikimedia: Foto H.-P.Haack

1819 erstmals erschienen, verwirklicht der „West-östliche Divan“ bis heute den kulturübergreifenden Dialog poetisch. In Zeiten, in denen weltweit die Gegensätze und Konflikte befeuert werden, ist der Divan damit ebenso aktuell wie vor 200 Jahren.

Anke Bosse, Professorin an der Universität Klagenfurt und Kuratorin der Ausstellung, publiziert und forscht seit den 1980er-Jahren zu Goethes „West-östlichem Divan“, insbesondere zum Nachlass und zu Goethes Schreibprozessen.

Die genauen Daten zur Ausstellung „Poetische Perlen“ aus dem „ungeheuren Stoff“ des Orients – 200 Jahre Goethes West-östlicher Divan finden Sie auf der Website.

 

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